Reihenfolge und Erklärung der Handstärke im Poker

Für Neulinge kann Poker ein kompliziertes Spiel sein, das psychischen Druck aufbaut. Handstärken und viele Regeln müssen erst einmal verinnerlicht werden. Eine der vielleicht schwierigsten Aufgaben für Anfänger ist es, die Kartenkombinationen im Kopf zu behalten und somit auf den besten Pokerseiten gewinnbringende Hände bilden zu können. Dafür muss man wissen, wie die eigenen Hände in der Rangliste gegenüber den anderen abschneiden.

Zuerst muss ein Spieler also die Reihenfolge der Handstärken beherrschen, damit er diese stets als Basis für seine Entscheidungen anwenden kann und sich dann auf die Entwicklung seines Spiels konzentrieren kann, ohne Zeit und Energie in die Frage zu verschwenden, ob nun ein Drilling oder zwei Pärchen den höheren Wert besitzen.

Grundregel Nummer 1: Die finale Pokerhand besteht aus fünf Karten. Wenn man an einem Sieben-Karten-Spiel teilnimmt (Texas Hold'em, Seven Card Stud), kommt stets nur die Kombination aus den besten fünf dieser (sieben) Karten in die Wertung. (Achtung: Auf Omaha mit seinen vier Hand- und fünf Gemeinschaftskarten trifft der Grundsatz mit der bestmöglichen Kombination nicht automatisch zu, weil es eine Vorgabe über die Pflichtanzahl von immer zwei Hand- und immer drei zu kombinierenden Gemeinschaftskarten gibt.)

Es ist auch wichtig, sich anhand der Gemeinschaftskarten (etwa beim Texas Hold'em oder Omaha) Gedanken darüber zu machen, welche möglichen Handkarten der Gegner zum Kombinieren halten könnte, um die eigenen Gewinnchancen gegen ihn einzuschätzen.

Im Folgenden haben wir 10 verschiedenen Pokerhände in ansteigender Wertigkeit aufgelistet.

10. Die höchste Karte – was bedeutet das?

Hält man keine der Hände, die unter den folgenden Punkten 9 bis 1 aufgeführt sind, dann zählt die höchste Karte. Wenn niemand am Tisch eine „Hand gemacht“ hat (mindestens ein Paar), dann gewinnt der Besitzer der höchsten Karte. Keine der fünf Karten sind also zusammenhängend oder von einer Farbe.

Statistisch ist es umso unwahrscheinlicher, mit einer hohen Karte die beste Hand am Tisch zu halten, je mehr Spieler sich im Spiel befinden und je größer „der Tisch“ ist (normalerweise sechs, acht oder neun Sitze). Wenn man sich jedoch etwa beim Texas Hold'em nach dem River (fünfte und letzte Gemeinschaftskarte) nur einem Gegner gegenübersteht und sich von Beginn an in einer Auseinandersetzung der Pflichteinsätze Small Blind gegen Big Blind befunden hat, darüber hinaus womöglich beide Spieler alle Setzrunden lang gecheckt haben, dann könnte das eine der raren Möglichkeiten sein, mit der höchsten (oder vermeintlich höchsten) Karte einen Einsatz zu bringen. Augenscheinlich ist dies jedoch die schlechteste Pokerhand, weshalb man mit ihr sehr vorsichtig spielen sollte.

Ass hoch oder König hoch auf dem River, besonders in der günstigen Position, nachdem der Gegner gecheckt hatte: Das ist eine Situation, die Hand mit einem Einsatz entweder ohne Showdown siegreich zu beenden oder bei einem Call vom Gegner mit dessen kleinerer höchsten Karte noch einen kleinen zusätzlichen Gewinn einzufahren. Noch mehr aber befindet man sich hier in der einfachsten Situation, gegen einen Einsatz vom Gegner zu folden, schließlich könnte dieser sogar mit einem kleinen Paar Bet/Callen (erst anspielen und danach einen Reraise callen) oder sogar selbst einen Einsatz re-raisen.

Übersicht der Pokerhände

9. Ein Paar – Was ist es und wie spielt man es?

Ein einfaches, doch zugleich effektives Paar ist eine der häufigsten Pokerhände. Man hält es, wenn man zwei Karten des gleichen Rangs besitzt – zum Beispiel zwei Könige. Je höher das Paar, desto stärker ist die Hand. Wie man dieses Paar spielt, hängt von dessen Stärke ab, von der Position am Tisch und ob man es bereits vor dem Flop gehalten hat – den ersten drei Gemeinschaftskarten auf dem Board.

Die Chance, dass man ein spezielles Paar vor dem Flop (pre-flop oder Pocket Pair) hält, liegt bei gerade einmal 0,045%. In anderen Zahlen ausgedrückt, beträgt die Chance auf zum Beispiel zwei Asse – die stärkste Starthand – gerade einmal 1 zu 221. Jedoch steigt sie auf 1 zu 16, dass man irgendeines der möglichen Paare hält.

Vor allem mit hohen Paaren mitzugehen, bevor der Flop aufgedeckt wird, hat einen beträchtlichen Wert. Denn die Chancen, dass der Gegner mit einem Treffer auf dem Flop eine seiner Karten ebenfalls zu einem Paar aufwerten kann, beträgt fast ein Drittel.

Ein Beispiel: Wenn man mit einem Pocket Pair Zehner vor dem Flop lediglich callt (limpt), riskiert man, auch Small und Big Blind sowie späte Positionen am Tisch für geringes Geld einen Flop sehen zu lassen, woraufhin sie mit einem Treffer die Führung übernehmen könnten. Ass-6 etwa, eine Hand, die womöglich auf eine Erhöhung vor dem Flop das Feld geräumt hätte, würde mit einem getroffenen Ass die Zehner nun schlagen.

Ohne Position – zeitig an der Reihe – ist man eher geneigt, schwächere Paare wie Neuner und kleiner nur zu callen oder gar kampflos zu folden, ohne einen Raise zu bringen. Allem voran ist es jedoch einer der größten Fehler, ein Pocket Pair in den einzelnen Setzrunden (Flop, Turn, River) zu overbetten; ergo zu euphorisch mit vielen, hohen Einsätzen zu spielen.

Je mehr Gemeinschaftskarten auf dem Board liegen und je mehr Spieler sich sich noch in der Runde befinden, desto größer ist auch die Gefahr, dass jemand seine eigene Hand zu einer stärkeren entwickelt hat, als es das besagte Pocket Pair ist.

8. Zwei Pärchen – wer gewinnt, wenn zwei Spieler zwei Paare halten?

In der Rangliste sind nach einem Paar direkt zwei Paare platziert. Es sind schlicht zwei Paare unterschiedlicher Ranghöhe, zum Beispiel 10-10-9-9-x oder J-J-9-9-x. Im Fall, dass zwei Spieler jeweils zwei Paare halten, gewinnt die Hand mit dem höheren Paar – A-A-3-3-x siegt gegen K-K-Q-Q-x. In den meisten Varianten des Pokerspiels ist es eine Hand, die relativ leicht zu erreichen ist. In Hold'em, der geläufigsten Variante, kann man besonders mit einer Hand von zwei Pärchen schnell Probleme bekommen.

Erstens: Wenn man ein Pocket Pair hält und auf dem Flop erscheint ein weiteres Paar, dann sollte man in Betracht ziehen, dass ein Gegner, der fortlaufend Einsätze bringt, womöglich einen Drilling gefloppt hat – oder noch schlimmer: ein Full House.

Zweitens: Gerade Anfänger neigen dazu, ihre zwei Pärchen zu hoch zu bewerten und mit einem zu hohen Einsatz ins Spiel zu gehen. Damit laufen sie Gefahr, gegen eine höhere Two-Pair-Hand eines erfahrenen Spielers zu verlieren. Das liegt auch daran, dass Neulinge oft schwächere Starthände spielen. Dann reicht auch eine Verbesserung mit den Gemeinschaftskarten nicht zum Gewinn der Hand aus.

Es ist daher sehr hilfreich, mit starken Pocket Pairs oder Premium-Händen wie Ass-König pre-flop ins Gefecht zu ziehen, um derartige Situationen später in der Hand zu vermeiden. Auf einem Board, auf dem zudem offensichtlich Straßen- und Flush-Gefahren lauern, sollte man sich bei der Einschätzung seines Gegners ziemlich sicher sein, bevor man zu hohe Einsätze auf die eigenen zwei Pärchen bringt.

7. Ein Drilling – weshalb schlägt er zwei Paare?

Manchmal hat man das Glück, sein Pocket Pair mit einem Treffer auf dem Board in einen Drilling zu verwandeln, auch „Set“ oder „Trips“ genannt. Ein Drilling sind also drei Karten vom gleichen Rang. Zum Beispiel hält man 7-7 in der Starthand, dann taucht auf dem Board eine weitere 7 auf, die anderen zwei Karten sind dabei zunächst irrelevant.

Ein Set ist eine relativ starke Hand, allerdings auch von der Konkurrenz abhängig. Viele Anfänger empfinden drei Karten von einer Sorte schwieriger zu erreichen als je zwei Karten von zwei Sorten, welche niedriger rangieren. Zurecht: Statistisch ist es härter, einen Drilling zu bekommen als zwei Pärchen.

Der angenehmste Weg, Drillinge zu spielen, gestaltet sich durch ein Pocket Pair, das auf dem Flop zum Set erweitert wird. Sollte auf dem Board keine größere Straßen- oder Flush-Gefahr existieren, kann man in der Regel selbstbewusst mit seinem Set raisen und callen. (Achtung: In Omaha-Spielen laufen nicht selten Sets auf höhere Sets.)

In Umkehr ist es aber mitunter schwierig, viel Profit aus seinem Set zu schlagen, weil diejenigen Gemeinschaftskarten, die einem selbst helfen, oft den Gegnern nicht helfen, solange keine Straßen- oder Flushdraws bereitliegen. Es bietet sich häufig ein kleinerer Einsatz an, um entweder überhaupt etwas Geld von schwächeren Händen zu gewinnen oder gar einen Re-Raise des Gegners zu provozieren (Bluff).

6. Straight (Straße) – Muss es dieselbe Farbe sein?

Eine Straße ist entstanden, wenn man fünf Karten in einer Reihenfolge zusammensetzen kann (zum Beispiel Q-J-10-9-8) – jedoch nicht von einer einzigen Farbe. Sie ist oft eine sehr starke Hand, jedoch weniger Wert als ein Flush. So ist es sehr unwahrscheinlich, bereits auf dem Flop eine Straight zu besitzen.

Wenn es aber dazu kommt, ist es wichtig, weitere Pokertechniken ins Spiel zu bringen, um einen möglichst hohen Profit aus dem zu holen, was sehr wahrscheinlich auch am Ende der Runde die beste Hand am Tisch sein wird: das sogenannte Slowplaying (besonders verhalten spielen) etwa, um den Gegner zu einem eigenen Einsatz zu bewegen.

Ob die eigene Straight auch zu Problemen führen kann, hängt wie so oft davon ab, welche Handkarten man hält. Lauten die Gemeinschaftskarten vor der eigenen Nase etwa 8, 9, 10 und hält man selbst Q-J, kann man zu diesem Zeitpunkt ohne große Bedenken davon ausgehen, nicht noch im Laufe der Hand von seinem Gegner überholt zu werden.

Ist man hingegen auf der anderen Seite ein sehr spielfreudiger (looser) Spieler und hat bei gleichem Board die Straight mit 7-6 „gefloppt“, könnten Spieler mit Overcards (höheren Karten als das Board aufweist) in der Hand bleiben und eine bessere Hand (meist höhere Straße) auf dem Turn (vierte Gemeinschaftskarte) oder dem River bekommen.

Hat man hingegen selbst einen Draw zur Straight – eine Karte zur Fünfter-Kette fehlt noch –, kommt einiges darauf an, wie die eigene Position am Tisch ist, wie viele Gegner sich in der Hand befinden und als wie „aggressiv“ (offensiver Spielstil) man sie einschätzt. Wenngleich starke Hände wie eine Straße oder ein Drilling manchmal schwierig zu spielen sind, können sie maximalen Effekt erzielen, wenn man im Pokern etwas geübt ist.

Wenn man seine Straße vor dem River gemacht hat, sollte man zudem stets Ausschau nach Flush Draws halten, auf die einige Gegner aggressiv Einsätze bieten. Hier gilt es, diese aus der Hand zu tilgen und den aktuellen Pot zu sichern. Mit der richtigen Starthand kann die Straight sogar eine der besten Pokerhände für unerfahrene Spieler sein.

Nebenbei:

Die Straße ist die einzige Hand, in der das Ass sowohl die kleinste als auch die höchste Karte sein kann. 10-J-Q-K-A ist die beste aller möglichen Straßen, auch Broadway genannt, die kleinste Straße, „The Wheel“ (A-2-3-4-5), bekommt vor allem in Low-Varianten von Omaha und Stud-Poker eine gewichtige Rolle.

5. Flush – was passiert, wenn beide Spieler einen halten?

Ein Flush ist eine Kombination aus fünf Karten derselben Farbe (nicht Rot oder Schwarz, sondern Pik, Herz, Karo oder Kreuz). Die Karten sind im Gegensatz zur Straight dabei aber nicht in einer Reihenfolge. Q-10-7-3-2 in Kreuz ist offensichtlich keine Straße, sondern ein Flush. Wenn man selbst einen Flush besitzt und auf einen Gegner trifft, der ebenfalls einen Flush erzielt hat, dann gewinnt die höhere Karte in der Kombination.

Beispiel: Man selbst hält K-9-7-4-2 in Pik, der Gegner Q-J-7-4-2 (beim Hold'em wären hier 7-4-2 die Gemeinschaftskarten), dann würde der König-hohe Flush den Pot gewinnen.

Es ist beim Hold'em unmöglich, dass verschiedenfarbige Flushes gehalten werden – einer in Kreuz, ein anderer in Herz. Mit diesem Wissen im Hinterkopf ist es recht einfach, einen Flush nicht nur als kraftvolle Hand zu betrachten, sondern abschätzen zu können, ob man vor oder hinter einem Gegner in der Hand liegt.

Hält man den Ass-hoch-Flush (mit dem Ass in der eigenen Hand, nicht als Gemeinschaftskarte), spricht man oft von den „Nuts“ oder dem „Nut Flush“. Wenn die fünf Gemeinschaftskarten kein offenes Paar aufweisen, dann braucht man mit dem Nut Flush in der Regel niemanden am Tisch zu fürchten, da man fast immer die beste Hand hält.

Die einzige Ausnahme dabei könnte noch ein offensichtlich möglicher Straight Flush sein, wenn beispielsweise 5-6-7-8 von Karo auf dem Board liegen und jede Karo-4 oder Karo-9 gegen das eigene Karo-Ass gewinnen würden. Doch selbst in solchen Fällen liegt die Wahrscheinlichkeit, dass der Gegner eine dieser beiden Karten in seiner Starthand hält, oft in einem ziemlich niedrigen Bereich.

Gefahren können grundsätzlich auftreten, wenn man selbst einen Flush ohne das Ass hält, insbesondere wenn nicht drei, sondern gleich vier Gemeinschaftskarten von einer Farbe sind. Unter diesen Umständen benötigt der Gegner lediglich eine höhere Karte derselben Farbe, als man selbst in der Starthand hat, um die bessere Hand zu besitzen – selbst, wenn beide eigenen Pocket Cards von dieser Farbe sind. (Niemals vergessen: Die beste Kombination mit immer (nur) fünf Karten zählt! Einen Sechs-Karten-Flush gibt es beim Poker ebenso wenig wie drei Pärchen oder eine besonders lange Straße.)

Das letzte Szenario ist ein weiteres Beispiel dafür, dass kleine Starthände zu spielen, auch wenn sie Suited Connectors (einfarbig, zusammenhängend) sind, neben Chancen auch Unheil bereithält. Der Flush ist eine der besten Hände im Poker, grundsätzlich unschlagbar ist er aber nicht.

4. Full House – wie bewertet man Full Houses?

Ein Full House ist eine Kombination aus drei Gleichen und einem Paar eines anderen Ranges: 6-6-6-4-4 oder 10-10-10-2-2 zum Beispiel. Der Teil des Full Houses, der den Drilling darstellt, ist entscheidend, wenn zwei Spieler mit einem Boat (Full House) aufeinandertreffen. Sollten indes beide den gleichen Drilling besitzen, dann entscheidet selbstredend die Höhe des zusätzlichen Paares über Sieger- und Verliererhand.

Wenngleich ein Full House ein echtes Kraftwerk von einer Pokerhand ist, sollte man – wie bei Straßen und Flushes auch – die Gemeinschaftskarten sorgfältig betrachten, um mögliche Probleme rechtzeitig zu erkennen. Um ein Full House zu bekommen, braucht es eines von drei Szenarien:

  1. Man hält selbst ein Pocket Pair und ein Drilling eines anderen Ranges erscheint auf dem Board. Sagen wir, man hält 7-7 und die Gemeinschaftskarten sind 3-3-9-3-10. Dann hält man das Full House 3-3-3-7-7.
  2. Man hält zwei Karten, die kein Paar sind, trifft aber beide auf dem Board, wobei eine dieser Gemeinschaftskarten in der Mitte des Tischs ein Pärchen für alle Spieler ergibt. Man hält etwa 7-10 (Daniel Negreanus berühmte Hand) und das Board weist 3-3-7-7-10 auf. Dann hält man 7-7-7-10-10.
  3. Man hält ein Pocket Pair und eine der Gemeinschaftskarten komplettiert mit diesem den Drilling. Zudem erscheint ein anderes Paar auf dem Board. Dieses Mal hält man 7-7 und der Dealer zaubert 3-3-9-7-10 aufs Board. Jetzt hält man 7-7-7-3-3.

Die erste unserer drei Varianten ist ein offensichtliches Problem. Die verbliebene 3 in einer der Starthände der Gegner würde dem entsprechenden Spieler einen Vierling präsentieren, gegen den das Boat keine Chance hat. Zudem sorgen Starthände mit einer 10 oder einer 9 für höhere Full Houses, als es jenes mit 7-7 in der Starthand ist. Bei solchen Boardstrukturen können einen die kleinen Pocket Pairs ziemlich nervös machen.

Im zweiten Fall ist hingegen ein Vierling auf einer Hand des Gegners wesentlich unwahrscheinlicher. Tatsächlich existiert exakt eine einzige Kombination der verbliebenen beiden Dreien als Pocket Pair, die Quads (einen Vierling) ermöglicht. Man kann sich hier wesentlich sicherer fühlen. Noch einmal: Man hält hier 7-7-7-10-10 – und schlägt beispielsweise einen anderen Spieler mit A-7 in der Starthand, der guter Hoffnung sein konnte, dass sein Full House (7-7-7-3-3) gegen eines mit einer 3 in den Pocket Cards (3-3-3-7-7) gewinnen würde.

Lediglich ein Spieler mit Pocket-Zehnen hat hier ein höheres Full House. Doch von diesem Pocket Pair gibt es bei zwei verbleibenden Zehnen im Pocker-Deck ebenfalls nur eine einzige Kombination. Ein Kernproblem generell mit solchen Gemeinschaftskarten und den eigenen umfangreichen Treffern ist, dass die Gegenspieler nur selten ebenfalls gut getroffen haben und somit eher wenig zusätzliches Geld in den Pot legen werden.

Die dritte Variante ist diejenige, in der in aller Regel das meiste Geld gewonnen wird. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ein Gegner ausgerechnet die eine verbleibende Kombination (3-3) in der Starthand hält, um einen Vierling zu erzielen – auch, weil solche kleinen Paare ohnehin zu den loosen Starthänden zählen, die nicht jeder Spieler in jeder Situation spielt. Zudem gibt es hier eine gute Gelegenheit, offensive Spieler auszukontern, die etwa mit einer Starthand A-3 einen Drilling gefloppt haben und ihre Hand überambitioniert für stärker halten, als sie tatsächlich ist.

Noch einmal zur Erinnerung: Die hier genannten Beispiele gelten für Texas Hold'em und sollten spielstrategisch keinesfalls eins zu eins auf Omaha (mit vier Startkarten in der Hand und wesentlich häufigerem Auftreten von Vierlingen) übersetzt werden!

3. Ein Vierling – zählt die Sorte oder die Farbe?

Ein Vierling beinhaltet vier Karten einer Sorte, also der gleichen Ranghöhe (zum Beispiel 4-4-4-4-x) – logischerweise nicht der gleichen Farbe. Bei einem höchst seltenen Fall zweier verschiedener „Quads“ gewinnt der Spieler mit dem höheren Vierling. Bei zwei Spielern mit dem gleichen Vierling entscheidet die Höhe der fünften Karte (Kicker, Side Card).

Wenn also ein Spieler 6-6-6-6-3 hält und der andere 4-4-4-4-3, dann gewinnt der Spieler mit den Sechsen. Bei 8-8-8-8-A gegen 8-8-8-8-K „kickt“ das Ass.

Kommt es zu dem unwahrscheinlichen Fall, dass zwei unterschiedliche Quads aufeinandertreffen, verliert man fast immer den kompletten Stack infolge eines All Ins, solange man am falschen Ende der Glück-Pech-Skala sitzt.

Im Normalfall hat man mit einem Vierling keine Angst vor der Handstärke des Gegners. Die Herausforderung besteht vielmehr darin, den Kontrahenten in eine Situation zu bringen, in der er durch die Gemeinschaftskarten eine eigene Chance sieht, sich mit einem eigenen Einsatz den Pot zu sichern (oft mit einem Bluff). Meist ist es also das Ziel, den Gegner den Vortritt beim Bringen der Einsätze zu lassen (Slowplaying).

Die lukrativste Variante ist, selbst ein Pocket Pair zu halten und diese Sorte noch zweimal auf dem Board zu erwischen, weil darüber hinaus drei weitere Gemeinschaftskarten auftauchen, mit denen ein Gegner womöglich seinerseits eine starke Hand hält, die es ihm Wert erscheint, den Pot aufzublähen – im günstigsten Fall ein Full House, das er auch bei einem All-in-Reraise kaum folden wird. Ähnlich der Konstellation Vierling gegen Vierling, fliegen hier in der Regel alle Chips in die Mitte.

Etwas häufiger passiert es, dass ein Drilling auf dem Board auftaucht, den man mit einer seiner Handkarten zum Vierling ausbauen kann. Hier besteht die Hoffnung, der Gegner könnte eine seiner Handkarten mit einer der beiden anderen Gemeinschaftskarten zu einem weiteren Paar aufwerten und sein Full House mit hohen Einsätzen befeuern – oder er hält von Beginn an ein Pocket Pair, das ihm zum Full House „verhilft“. Oft jedoch hat die Konkurrenz in diesen Situationen nichts weiter als den Gemeinschafts-Drilling, checkt die Hand über die Setzrunden herunter und foldet schließlich auf die River-Bet des Vierling-Inhabers.

Ein Auge sollte man mit seinem Vierling auf trickreiches Pokern werfen, etwa in Form von Einsatzhöhen: Eine vermeintlich zu niedrig den Wert steigernde Höhe könnte einen Bluff eines Gegners forcieren oder zumindest einen Call, wenn er als höchste Karte auf der Hand ein Ass hält, mit dem er neben den Gemeinschafts-Drilling oft genug die beste Hand am Tisch zu halten gedenkt. Kleinvieh...

Ziert der Vierling gleich in seiner Gänze das Board, kann es zu einem Psychokrimi zwischen den Protagonisten kommen. Denn jetzt entscheidet zwischen ihnen einzig die fünfte Karte – der Kicker. Es ist der willkommene Spot für Unerschrockene, die in ihrem Kontrahenten einen Angsthasen sehen, der alles unterhalb eines Asses auf der eigenen Hand bei einem beträchtlichen Einsatz folden würde – in der Panik, gegen ein Ass zu verlieren.

Wie auch an anderer Stelle erwähnt, hier technisch untermauert: Ein solches Szenario gilt beim Texas Hold'em; nicht beim Omaha, bei dem man einen kompletten Board-Vierling gar nicht spielen kann, weil man per Regelwerk immer zwei Hand- mit drei Gemeinschaftskarten kombinieren muss.

2. Straight Flush – muss es die gleiche Farbe sein?

Der Straight Flush rangiert beim Pokern auf dem zweiten Platz direkt hinter dem Royal Flush. Die beiden unterscheiden sich technisch nicht, im Grunde ist der Royal Flush lediglich der höchstmögliche Straight Flush – nämlich die bestmögliche Straße (10 bis Ass/Broadway) in einer Farbe. Demnach heißen alle anderen Straßen einer Farbe Straight Flush. Ein Beispiel wäre also: 10-9-8-7-6 in Herz. Natürlich ist er prinzipiell eine sehr starke Pokerhand, tatsächlich aber nicht perfekt im Sinne von unbesiegbar.

Zwar ist es deutlich weniger wahrscheinlich, doch im Grunde kann hier das gleiche Problem wie beim normalen Straight auftauchen, bei dem man das untere Ende der Hand mit seinen Handkarten komplettiert. Mit einer 3-4 in Herz in der Tasche und dem Board 5-6-7 in Herz – was passiert wohl, wenn der Gegner eine 8 und eine 9 in Herz hält? Antwort: Man verliert quasi immer das mögliche Maximum.

Zeigt das Board vier aufeinanderfolgende Karten derselben Farbe, kann es wie beim Flush passieren, dass der Kontrahent mit der Pocket-Karte am unteren Ende über den Einsatz hinweg erneut raist und einen großen Pot zusätzlich auftürmt.

Spieler quälen sich in solchen Situationen. Doch die Chance, dass man mit einem Straight Flush geschlagen ist, ist schlicht zu winzig, um seine Karten zu folden. Hier sollte man sich darauf konzentrieren, ruhig zu bleiben und den Gegner so viel und hoch Einsätze abfeuern zu lassen wie möglich, bevor man entweder callt oder selbst All-In geht, wenn der Gegner es noch nicht getan hat.

1. Royal Flush – kann er geschlagen werden?

Nein! Der Royal Flush ist die bestmögliche Pokerhand und somit unschlagbar. Diese Hand besteht aus den fünf königlichen, den Broadway entstehen lassenden Karten einer Farbe: Ass, König, Dame, Bube und Zehn. Ihn zu bekommen, ist statistisch enorm unwahrscheinlich – einmal in 650.000 Fällen (beim Omaha häufiger). Einige Spieler haben einen Royal Flush in mehr als einer Million Pokerhände um Echtgeld überhaupt noch nicht am eigenen Tisch gesehen.

Obwohl der Royal Flush nicht zu bezwingen ist, ist er als Hand meist schwierig zu spielen, da das Board mit mindestens drei einfarbigen Broadwaykarten die Konkurrenz verschreckt. Nehmen wir an, der Flop kommt mit Q-J-10 in Herz, zuvor hat man aber bereits mit A-K in Herz einen saftigen Pre-Flop-Raise hinterlassen; wie viele starke Hände beim Gegner bleiben übrig und wie schätzt er den großen Einsatz vor dem Flop im Zusammenspiel mit der entstandenen Boardstruktur ein?

Günstiger erscheint die Situation, in der man vor dem Flop mit sogenannten Semi-Connectors (A-Q/K-J) in später Position in die Hand gekommen ist. Hier kann das gefloppte Monster den verblüfften Gegner überraschen und viel Geld kosten. Die Hoffnung besteht aber weiterhin, dass dieser im weiteren Handverlauf über etwas wie ein Full House oder einen kleineren Straight Flush verfügt, um sprichwörtlich Haus und Hof zu riskieren. Mitunter halten einige Spieler große Einsätze auch für einen Bluff und callen mit guten, aber nicht ausreichenden Händen.

Zwei Empfehlungen: Man sollte diese Hand aufgrund der kleinen Möglichkeiten für starke Hände bei den anderen Spielern sehr dezent spielen (Slowplaying). Beim Live-Poker in einem Casino sollte man zudem beim Dealer erfragen, ob es einen über die Zeit ansteigenden Jackpot für den nächsten Royal Flush gibt – ähnlich jenem bei einem Spielautomaten. Denn: Ein Royal Flush in Natur erscheint wirklich sehr, sehr selten!

Zusammenfassung

Nach dem Lesen dieses Artikels sollten Sie ein wenig Verständnis für die unterschiedlichen Handstärken, die besten Pokerhände und (für Anfänger) Tipps zum taktischen Vorgehen in bestimmten Situationen am Tisch bekommen haben.

Dennoch: Um etwas zu meistern, kann es keinen Ersatz für die Praxis geben. Glücklicherweise bieten viele der besten Pokerseiten im Internet Freerolls und Turniere mit niedrigen Einsätzen an, welche man nutzen kann, um sein eigenes Können im Wettbewerb mit anderen Spielern Stück für Stück zu verbessern, ohne viel Geld zu riskieren.

Darüber hinaus der Hinweis: Dieser Artikel richtet sich hinsichtlich Taktiken und Wahrscheinlichkeiten etwaiger Ereignisse nahezu ausschließlich an der Variante Texas Hold'em aus. Das Hand-Ranking hingegen ist in Pokerspielen ohne entsprechende andere Regeln und/oder Einschränkungen universell Hold'em, Omaha, Seven Card Stud, Five Card Draw, ect.).

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