Der nächste Bundeskanzler 2021: Prognosen der Buchmacher und Statistiker

Der nächste Bundeskanzler 2021: Prognosen der Buchmacher und Statistiker

Der Wahlkampf in Deutschland ist bereits in vollem Gang: Täglich gibt es neue Nachrichten, Umfragen und Fernsehauftritte. Die Republik beschäftigt vor allem eines: Wer wird der nächste Bundeskanzler?

Politische Wetten können anstehende Wahlen sogar noch interessanter machen. So fiebern Tippspieler nicht nur bei einem möglichen Regierungswechsel mit, sondern haben außerdem die Chance, einen Gewinn mit ihrer Prognose zu erzielen. Besonders in Großbritannien werden politische Wetten oft für die Einschätzungen der künftigen Wahlergebnisse herangezogen.

Und in Deutschland? Wenn im September die Bundestagswahl ansteht, dann können die Deutschen hierzulande keine Wetten auf den nächsten Bundeskanzler oder die Bundestagswahl im Wettbüro abgeben. Politische Wetten sind in Deutschland nämlich rechtlich nicht erlaubt. Die großen Buchmacher in Österreich und anderen europäischen Ländern haben jedoch Wetten auf den nächsten deutschen Bundeskanzler im Angebot.

Allein das ist schon Grund genug, die Bundeskanzler-Prognosen der Buchmacher näher anzuschauen. Wir haben die aktuellen Bundeskanzler-Wettquoten mit den Umfragen der Meinungsforschungsinstitute in Deutschland verglichen – und uns gefragt, wie verlässlich beide Angaben für die Prognose nächster Bundeskanzler sind.

Hinweis:

Wir aktualisieren diesen Artikel regelmäßig für Sie, um Sie über Bundeskanzler Wetten auf dem Laufenden zu halten.


So funktioniert die Wahl zum nächsten Bundeskanzler


Wahlzettel

Zunächst fassen wir allerdings noch kurz zusammen, wie die Bundestagswahl funktioniert und wie der nächste Bundeskanzler in Deutschland gewählt wird.

Bei der Bundestagswahl geht es in erster Linie darum, dass das Volk seine Vertreter wählt, welche dann für die nächste Amtszeit von 4 Jahren in den Bundestag einziehen.

  • Mit ihrer Erststimme entscheiden sich die Wahlberechtigten für Politikerinnen und Politiker aus ihrem Wahlkreis, die in den Bundestag einziehen sollen. Hierbei erhält also jeweils ein Abgeordneter aus jedem der 299 Wahlkreise ein Mandat (Sitz im Bundestag).
  • Mit der Zweitstimme geben die Wähler einer Partei ihre Stimme. Die restlichen Mandate werden also prozentual auf die gewählten Parteien aufgeteilt: Erhält eine Partei 20 % der Stimmen, stehen ihr somit auch 20 % der Mandate zu.
  • Der Bundeskanzler wird nicht vom Volk selbst gewählt, sondern auf Vorschlag des Bundespräsidenten hin ernannt und dann vom Bundestag gewählt.

Üblicherweise stellt die Partei mit den meisten Sitzen den nächsten Bundeskanzler. Für die Bundeskanzlerwahl können jedoch mehrere Kandidaten nominiert werden.

Es kann hierbei zu mehreren Wahlgängen kommen. Erhält ein Kandidat mindestens 50 % der Stimmen, wird er zum Bundeskanzler ernannt. Wenn es nach 14 Tagen noch keinen Kandidaten mit absoluter Mehrheit gibt, reicht eine relative Mehrheit aus, um Bundeskanzler zu werden.

Die Wählerinnen und Wähler können also nicht direkt bestimmen, wer der nächste Bundeskanzler wird. Sie können außerhalb Deutschlands aber durchaus darauf wetten.


Aktuelle Wettquoten zur Bundeskanzlerwahl

Nach 4 Legislaturperioden und insgesamt 16 Jahren als Bundeskanzlerin wird Angela Merkel in diesem Jahr nicht erneut als Kanzlerin kandidieren. Mit der Bundestagswahl am 26. September machen sich also auch neue Spitzenkandidaten für die Bundeskanzlerwahl bereit.

Den Wettquoten nach ist es am wahrscheinlichsten, dass die CDU/CSU 2021 mit Armin Laschet wieder den Bundeskanzler stellt. Die Chancen stehen außerdem gut für Annalena Baerbock von den Grünen, deren Quoten leicht höher ausfallen. Dem Kanzlerkandidaten Olaf Scholz von der SPD werden aktuell nur Gewinnchancen von 4,8 % ausgerechnet:

KanzlerkandidatParteiQuoteGewinnwahrscheinlichkeit*
Armin LaschetCDU/CSU1.1289,3 %
Annalena BaerbockBündnis 90/ Die Grünen6.5015,4 %
Olaf ScholzSPD21.004,8 %

Quelle: Betway (nicht für Kunden in Deutschland verfügbar). Stand: 15. Juli 2021.

*Berechnungsformel: 1/ Wettquote x 100. Die Gesamtwahrscheinlichkeit übersteigt 100 % aufgrund der Gewinnmarge der Buchmacher.



Eine geringe Wettquote bei den Buchmachern steht für eine hohe Gewinnchance: Die Quoten werden mit dem Einsatz multipliziert. Wenn also jemand 1 Euro auf eine Quote von 5.0 setzt und seine Wette gewinnt, dann beträgt der Gewinn 5.0 x 1 Euro = 5 Euro. Davon sind natürlich nur 4 Euro Reingewinn, denn der ursprünglich eingesetzte Euro fließt durch die gewonnene Wette wieder zurück an den Tippspieler.

Mit der aktuell geringsten Bundeskanzler-Quote von 1.12 liegt Laschet derzeit also bei den Buchmachern klar als Favorit vorn. Vor einigen Wochen lag seine Quote noch bei 1.40. Baerbock ist seitdem bei den Quoten leicht abgerutscht, dafür haben sie sich für Scholz verbessert.

Anhand der Buchmacher Betway und William Hill verfolgen wir, wie sich die Bundeskanzler-Wettquoten der einzelnen Kandidaten verändern:

Quelle: Betway und William Hill (nicht für Kunden in Deutschland verfügbar). Stand: 17. Juni 2021.



Bundestagswahl-Prognose nach Wettquoten

Auch für die mögliche Sitzverteilung im Parlament nach der Bundestagswahl stellen die Buchmacher Prognosen auf. Bei Betway können Tipper darauf wetten, welche Partei nach den Wahlen die meisten Sitze erhalten wird.

ParteiBetway WettquoteUnibet Wettquote
CDU/CSU1.101.15
Grüne6.004.50
SPD19.0021.00
AfD101.0034.00
FDP-34.00
Die Linke-51.00
Quelle: Betway und Unibet (nicht für Kunden in Deutschland verfügbar). Stand: 15. Juli 2021.

Diesen Buchmacher-Prognosen nach würde die Union aus CDU und CSU auch nach der Bundestagswahl 2021 wieder als stärkste Fraktion hervorgehen. Die Wettanbieter halten es für unwahrscheinlicher, dass die Grünen oder die SPD die meisten Sitze bekommen werden. Die Quote von 101.00 schreibt der AfD eine Siegeswahrscheinlichkeit von weniger als 1 % zu.

Wie verlässlich sind die Buchmacher-Prognosen für den nächsten Bundeskanzler?

Wenn die Bundestagswahl im September stattfindet, wird Angela Merkel von der CDU bereits 16 Jahre Kanzlerin gewesen sein. Während ihrer Amtszeit konnte sich ihre Partei stets behaupten, Überraschungen gab es wenige.

Seit der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder 2005 das Misstrauensvotum einleitete und Bundespräsident Horst Köhler daraufhin das Parlament auflöste, gilt die CDU durchweg als Favoritin. Damals standen die Quoten bei Betfair etwa einen Monat vor der Wahl bei 1.50 für die CDU. Die SPD hatte hingegen eine Wettquote von 19.00, die der anderen Parteien fielen noch höher aus. Der Unterschied zwischen den Kanzlerkandidaten war hingegen nicht besonders groß: 1.15 für Merkel, 1.50 für Schröder.

Seitdem hat sich die Quote der CDU kaum verändert: Auch in den Wahljahren 2009 und 2013 lag die CDU in der Prognose vorn. Bei dem Wettanbieter Bet-at-Home lag die Wettquote für Merkel 2017 bei nur 1.05, für Martin Schulz von der SPD hingegen bei 8.00.

Dementsprechend waren die Buchmacher-Prognosen für den nächsten Bundeskanzler in den letzten Jahren sehr verlässlich. Auch bei internationalen Wahlen wie derjenigen zum aktuellen US-Präsidenten erwiesen sich Buchmacher-Wettquoten überwiegend als zutreffend.

Kurz nach dem Brexit-Votum 2016 senkte der Buchmacher Betfair seine Quoten für ein „Leave“ schlagartig – und reagierte durch die Wetten seiner Kunden sogar schneller auf die ausstehenden Wahlergebnisse als die Finanzmärkte. Mit dem Votums-Ergebnis bestätigte sich auch diese Buchmacher-Prognose.

Warum behalten die Bookies oft recht?


Wahlzettel

Buchmacher haben den Vorteil, dass sie – anders als Institute, die vor der Wahl Umfragen in der Bevölkerung durchführen – sehen, auf welche Kandidaten und Parteien die Tipper ihr Geld setzen. Experten gehen davon aus, dass Wetten verlässlicher sind als Umfragen, weil Tippspieler sich genau überlegen, welche Wette lukrativ sein könnte. Fragen der Forschungsinstitute werden hingegen oft unvorbereitet beantwortet.

Wettanbieter haben also Zugriff auf die Bundeskanzlerwahl-Prognosen vieler Wetter und können ihre Quoten dementsprechend anpassen. Halten es viele Tipper für wahrscheinlich, dass Kandidat A gewinnt, dann werden höchstwahrscheinlich auch die Quoten für Kandidat A sinken. Es ist das altbewährte Konzept von Angebot und Nachfrage. Auf diese Weise macht der Buchmacher am Ende keinen großen Verlust, wenn Kandidat A wirklich gewinnt.

Natürlich besteht bei Wetten auf den nächsten Bundeskanzler das Problem, dass die Wahlberechtigten selbst keine Wetten bei deutschen Bookies abschließen dürfen. Damit wird zwar sichergestellt, dass niemand in der Wahlkabine zugunsten seiner Wette abstimmt, die Buchmacher haben in diesem Fall jedoch nur einen Überblick darüber, was Wettende im Ausland glauben.

In der vergangenen US-Präsidentschaftswahl zeigte sich jedoch, dass dieser Umstand das Urteilsvermögen der Buchmacher nicht trüben muss. Auch in den USA kann derzeit nicht auf Politik gewettet werden. Trotzdem bewahrheiteten sich die internationalen Buchmacher-Prognosen für Joe Biden als Sieger. Wettanbieter beziehen also noch viele weitere Faktoren in ihre Berechnungen ein, wenn sie die Quoten für Wetten festlegen.

Maßgeblich für die Berechnung der Quotenhändler sind natürlich auch die aktuelle politische Lage sowie die Kanzlerkandidaten und ihre Fähigkeiten. Bei der Bundeskanzlerwahl können sich die Quoten je nach aktuellem Geschehen noch ändern.


Kandidaten für die Bundeskanzlerwahl 2021

Journalisten, Wähler und Wettende spekulieren schon in den frühen Phasen vor der Wahl, welche Partei die besten Gewinnchancen hat und welche Spitzenkandidaten ins Rennen gehen werden.

Mittlerweile stehen die Kandidatinnen und Kandidaten der Parteien des Bundestages fest. Sie alle verfügen über bestimmte Eigenschaften und Kompetenzen, die in der Öffentlichkeit diskutiert werden. Politischen Ziele, Regierungserfahrung und Charisma der Bundeskanzler-Kandidaten können also auch darüber entscheiden, welcher Partei Wählerinnen und Wähler ihre Stimme geben.

Viele Wahlberechtigte ziehen auch mögliche Koalitionen der Parteien bei ihrer Wahl in Betracht. Am 12. September können die drei Kanzlerkandidaten Armin Laschet, Annalena Baerbock und Olaf Scholz ihre Ziele für die Bundeskanzlerwahl live in einem großen TV-Triell auf ARD und ZDF präsentieren.

Wir stellen Ihnen die Spitzenkandidaten der einzelnen Parteien vor, bevor wir uns die Prognose nächster Bundeskanzler aus den Umfragen ansehen.

CDU/CSU Kandidat: Armin Laschet


Armin Laschet

CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet setzte sich Mitte April gegen seinen Kollegen Markus Söder von der CSU für die Bundeskanzlerwahl durch. Diese Entscheidung gilt als umstritten, denn Söder erfuhr mehr Rückhalt in der Partei – doch die Parteispitze sprach sich für Laschet aus. Eine Rolle hierbei spielt offenbar auch, dass die CDU sich ungern einem Kandidaten der kleineren Schwesterpartei unterordnen möchte.

In der Öffentlichkeit gilt Laschet zwar nicht als der charismatischste oder führungsstärkste Kandidat, allerdings bringt der ausgebildete Jurist und frühere Journalist bereits Regierungserfahrung auf Landesebene mit, denn er ist seit 2017 Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen.

Es werden ihm Optimismus, Beharrlichkeit und Kompromissbereitschaft zugeschrieben. Er fällt zwar keine schnellen, konkreten Entscheidungen, sondern wägt zunächst in Ruhe ab, doch damit ähnelt sein Führungsstil dem von Angela Merkel. Das könnte bei vielen Wählerinnen und Wählern gut ankommen.

Sein politischer Schwerpunkt ist die Wirtschaftspolitik. Im Wahlkampf möchte die Union vor allem Klimaschutz und den Erhalt von Arbeitsplätzen miteinander verknüpfen.

In den letzten Jahren musste die CDU/CSU in Umfragen stark an Punkten einbüßen und verlor mehrere Wahlen in Kommunen, Ländern und auch auf Europaebene. Auch durch die Maskenaffären mehrerer Abgeordnete stand die Union zuletzt in der Kritik. Sie gilt den Buchmacher-Prognosen nach jedoch noch immer als stärkste Fraktion im Bundestag. In seiner aktuellen Position als Ministerpräsident verliert Laschet den Umfragen nach an Vertrauen der Wähler. Im Wahlkampf wird er seine Position daher noch festigen müssen.

Bündnis 90/Die Grünen: Annalena Baerbock


Annalena Baerbock

Seit 2018 liegen die Grünen in den Umfragen auf dem zweiten Platz hinter der Union. Auch bei den letzten Landtagswahlen in Hessen und Baden-Württemberg sowie bei der Europawahl 2019 wurden die Grünen zweitstärkste Partei. Seit Ausbruch der Pandemie erfahren die Grünen einen noch größeren Zuspruch. Deswegen stellen sie auch das erste Mal in ihrer Geschichte einen möglichen nächsten Bundeskanzler – nämlich die Abgeordnete Annalena Baerbock.

Mitte April überließ ihr Kollege Robert Habeck ihr den Vortritt bei der Kanzlerkandidatur. Damit konnten sich die Grünen im Gegensatz zur Union schnell und ohne Streitigkeiten auf eine Person für das Amt einigen. Annalena Baerbock hat auch nach Auffassung der Buchmacher aktuell mäßige Chancen, nach Angela Merkel die zweite deutsche Bundeskanzlerin zu werden. Ihre Wettquoten haben sich in den letzten Wochen von 3.87 auf 6.5 verschlechtert.

Baerbock kann zwar keine Regierungserfahrung auf Bundes- oder Landesebene vorweisen, was in der Öffentlichkeit häufig kritisiert wird, sie ist allerdings schon seit 2013 Abgeordnete im Bundestag und seit 2009 Landesvorsitzende der Grünen. Sie studierte Politik und Rechtswissenschaften in Hamburg und London und arbeitete für die Grünen im Parlament in Brüssel. Sie kann also einen optimalen beruflichen Werdegang und jede Menge parlamentarische Erfahrung vorweisen. Ihre Kandidatur wurde beim Bundesparteitag am 12. Juni mit einer Mehrheit von 98,6 % offiziell bestätigt.

Baerbocks Schwerpunkte sind die Themen Kinder und Familie sowie Klimaschutz. Kürzlich sorgte sie mit der Forderung für ein Kurzstreckenflugverbot für Aufsehen, was von ihren Mitbewerbern kritisiert wurde, da sie keine konkreten und umsetzbaren Pläne vorlegte. Zudem stehen sie und ihr Kollege Cem Özdemir in der Kritik, da sie Nebeneinkünfte zu spät gemeldet hätten, was das Vertrauen in die Grünen schmälern könnte.

SPD: Olaf Scholz


Olaf Scholz

Olaf Scholz ist derzeit Vizekanzler sowie Finanzminister und stellvertretender Parteivorsitzende der SPD. Der ehemalige Rechtsanwalt übernahm in der Vergangenheit jedoch verschiedene politische Ämter. Er war u.a. Vorsitzender und Generalsekretär der SPD sowie Erster Bürgermeister von Hamburg. Im Gegensatz zu seinen beiden Mitbewerbern auf den Posten des Bundeskanzlers kann Scholz also Regierungserfahrung auf Bundesebene nachweisen.

In den Umfragen verlor seine Partei in den letzten Jahren an Zuspruch, doch es ist nicht auszuschließen, dass sich die SPD an der nächsten Regierung beteiligen und einen Kanzlerkandidaten stellen wird. Als Ziel hat Scholz angegeben, bei der Wahl mehr als 20 % der Wählerstimmen holen zu wollen. Momentan sieht dies für viele Experten nach einem hochgesteckten Ziel aus.

Im Wahlprogramm konzentriert sich die SPD vor allem auf die Themen Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit. Zuletzt erntete Scholz Kritik für seine Beteiligung am Cum-Ex-Skandal sowie der schlechten Aufstellung der Bafin in Bezug auf den Wirecard-Skandal.

AfD, FDP und die Linke

Gemessen an den erwarteten Stimmen haben die drei kleineren Parteien AfD, FDP und die Linken geringe Chancen, nach der nächsten Bundestagswahl einen Bundeskanzler stellen zu können. Es kann jedoch jede Partei eine Kandidatin oder einen Kandidaten nominieren.

Dies sind die Spitzenkandidaten, mit denen die AfD, die FDP und die Linken in den Wahlkampf vor der Bundestagswahl 2021 ziehen:

ParteiKandidatenInformationen
FDPChristian LindnerDer Bundesparteivorsitzende gilt als konkurrenzloser Spitzenkandidat.
Die LinkeDietmar Bartsch und Janine WisslerWissler ist Fraktionsvorsitzende im Hessischen Landtag, Bartsch Fraktionsvorsitzender der Linkspartei im Bundestag. Das nominierte Spitzenduo möchte bei der Bundestagswahl zweistellige Werte erreichen.
AfDAlice Weidel und Tino ChrupallaAm 25. Mai wurde das Spitzenduo aus dem Parteichef und der Fraktionschefin mit deutlicher Mehrheit von Parteimitgliedern gewählt.

Aktuelle Umfragen zu Bundeskanzlerwahl und Bundestagswahl

Um die Chancen der Kanzlerkandidaten besser einschätzen zu können, greifen Journalisten, Experten und auch Politiker gern auf Umfragewerte verschiedener Meinungsforschungsinstitute zurück. Für die Datenerhebung werden in der Regel zufällig viele tausende Haushalte angerufen und nach ihrer Meinung zu aktuellen politischen Themen gefragt. Hierdurch ergeben sich wissenschaftlich repräsentative Ergebnisse, die einen zuverlässigen Querschnitt der Bevölkerung anzeigen sollen.

Viele Umfragen werden von großen Zeitungen und Medienhäusern in Auftrag gegeben. Sie arbeiten dabei oft schon jahrelang mit denselben Forschungsunternehmen zusammen, zum Beispiel:

  • Das ZDF mit der Forschungsgruppe Wahlen
  • die ARD mit Infratest dimap und
  • die FAZ mit dem Institut Demoskopie Allensbach.

Jedes Meinungsforschungsinstitut geht jedoch auch unterschiedlich bei der Erhebung ihrer Daten vor, wodurch die Umfragewerte je nach Quelle anders ausfallen können. Deshalb stellen wir Ihnen hier einige aktuelle Umfrageergebnisse mehrerer Forschungsinstitute mit ihren Prognosen für den nächsten Bundeskanzler und die Bundestagswahl vor.

Die Kanzler-Frage im Head-to-Head-Vergleich

Die K-Frage spielt natürlich in vielen Umfragen eine große Rolle. Hierbei geben die Befragten an, wen sie gern nach der Wahl als Bundeskanzler sehen würden:

Quelle: @Wahlen_DE. Stand: 15. Juli 2021.

In den meisten Befragungen scheint Armin Laschet mittlerweile am beliebtesten zu sein, wenn auch nur knapp. Sein Vorsprung zu den anderen Kandidaten für den Posten des Bundeskanzlers ist beim ZDF (Forschungsgruppe Wahlen) mit 8 Prozentpunkten am größten. Nach Umfragen der ARD (Infratest dimap) ist Olaf Scholz momentan bei den Befragten am beliebtesten. Sein Abstand zu Laschet beträgt einen Prozentpunkt.

Annalena Baerbock folgt nach Bundeskanzlerwahl-Umfragen der Forsa, welche RTL/n-tv veröffentlicht haben, auf Platz 2 – in den anderen Umfragen ist sie in den letzten Wochen auf den dritten Platz gerutscht. Mitte Mai konnte Baerbock noch mit einem klaren Vorsprung in vielen Umfragen glänzen.

Die Umfrage der BILD (INSA) verzeichnet deutlich weniger Prozentpunkte bei allen Kandidaten und zeigt sie fast gleichauf: Laschet führt nur um 2 Prozentpunkte.

Auch im direkten Vergleich mit den anderen Kanzlerkandidaten scheint Laschet bei den Befragten einer ZDF-Umfrage einen leichten Vorsprung gegenüber den Kandidaten der SPD und der Grünen zu haben. Zwischen Annalena Baerbock und Olaf Scholz entschied sich eine Mehrheit von 58 % für Scholz.

Die Parteien im Vergleich bei den Bundestagswahl-Umfragen

„Wenn heute Bundestagswahl wäre, wen würden Sie wählen?“ ist die Frage, der in den Medien die meiste Aufmerksamkeit zukommt. Diese sogenannte „Sonntagsfrage“ wird wöchentlich von verschiedenen Instituten ausgewertet und soll die Beliebtheit der Parteien widerspiegeln. Die Nichtwähler werden hierbei häufig nicht angezeigt.

Quelle: Wahlrecht.de. Stand: 15. Juli 2021.

In den meisten Bundestagswahl-Umfragen liegt die Union momentan an der Spitze, danach folgen die Grünen. Die SPD ist stets hinter den Grünen an dritter Stelle.

Die FDP bewegt sich momentan in den meisten Umfragen zwischen 10 % und 12,5 %, knapp vor oder gleichauf mit der AfD. Die Linken verzeichnen bisher weitaus weniger potentielle Wähler. Die vielen weiteren kleineren Parteien werden oft unter „Sonstige“ zusammengefasst und machen je nach Umfrage zwischen 5 % und 8 % aus.

Natürlich gibt es noch viele weitere Umfragen als diejenigen, die wir Ihnen hier vorstellen und bei denen Abweichungen möglich sind. Im Mai lagen die Grünen in einigen Umfragen vor der Union, in anderen nahm in demselben Zeitraum die Union die Spitzenposition ein. Ebenso schienen im vergangenen Monat je nach Umfrage entweder Armin Laschet und die Union oder Annalena Baerbock und die Grünen bei den Bundeskanzlerwahl-Prognosen beliebter zu sein. Hierbei stellt sich die Frage, inwiefern man den Ergebnissen Glauben schenken sollte.

Wie verlässlich sind die Prognosen der Meinungsforschungsinstitute?

Daran, dass sich die Medien und manchmal auch Politikerinnen und Politiker auf die Prognosen der Meinungsforscher berufen, gibt es auch viel Kritik. Der Forscher Thomas Wind beispielsweise nennt mehrere Gründe, warum man sich nicht zu sehr auf die Aussagen der Befragten verlassen sollte. In seinem Arbeitspapier der Otto-Brenner-Stiftung stellt er in Frage, wie die Befragungen aktuell durchgeführt werden.

Als wichtige Kritikpunkte nennt er zum Beispiel:

  • Unentschlossene Wähler: Die Meinungen der Befragten können sich jederzeit ändern, deshalb seien zufällige und spontan am Telefon getätigte Aussagen auch nur als Momentaufnahmen zu betrachten. Viele entschieden sich erst für einen Kandidaten oder eine Partei, wenn sie ihr Kreuz auf dem Zettel machten. Außerdem würden Nichtwähler oder Unentschlossene oftmals gar nicht in den Ergebnissen angezeigt.
  • Keine Transparenz über Daten: Natürlich ist auch der Markt der Meinungsumfragen umkämpft, deshalb legt kein Unternehmen seine Daten und Erhebungsmethoden offen. Somit ist es jedoch schwer nachzuvollziehen, wer genau wie befragt wurde und wie diese Aussagen dann ausgewertet wurden.
  • Fehlerkorridor: Natürlich können nicht alle Wahlberechtigten in Deutschland befragt werden, deshalb arbeiten die Forscherinnen und Forscher mit Stichproben. Es ist also wahrscheinlich, dass die Ergebnisse von dem tatsächlichen Wert abweichen, der sich in der gesamten Bevölkerung ergeben würde. Hierfür wird ein Fehlerkorridor festgelegt, der mehrere Prozentpunkte der Ergebnisse ausmachen kann (z.B. +/- 2,5).

Außerdem sei die Befragung per Telefon veraltet. Mittlerweile besitzen eher ältere Menschen ein Festnetztelefon und wer von einer fremden Nummer auf dem Handy angerufen wird, geht oft nicht ran. Deshalb könnte der Anteil an älteren Befragten größer sein. Demnach müssten ihre Aussagen herabgewichtet und diejenigen jüngerer Menschen aufgewertet werden, was die Ergebnisse noch ungenauer machen könnte.

Auch, dass seit Jahrzehnten dieselben Institute Meinungsumfragen durchführen, blockiere den Wettbewerb und Innovationen. Eine Idee, die bisher noch viel zu selten in die Tat umgesetzt wurde, sei die Online-Befragung.

Die Umfrageergebnisse sind also fehleranfällig und deshalb auch nicht komplett verlässlich. Trotzdem lieferten sie bei der letzten Bundestagswahl 2017 zuverlässige Werte, denn die endgültigen Wahlergebnisse wichen nicht bedeutend vom Mittelwert der letzten Umfragen ab.


Prognose nächster Bundeskanzler: Wettquoten und Umfragen im Vergleich

Buchmacher und Umfragen lieferten in der Vergangenheit also oft genug verlässliche Prognosen für Wahlen – auch wenn vereinzelt Außenseiter mit einem Sieg überraschten, wie zum Beispiel Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl 2016.

Buchmacher- und Statistiker-Prognosen für die Bundeskanzlerwahl

Fassen wir zusammen, wen die Buchmacher und Forscher als nächsten Bundeskanzler 2021 sehen:

  • Die Buchmacher sehen Armin Laschet als Favoriten auf das Amt des nächsten Bundeskanzlers (aktuell 1.12). Die Quoten für Annalena Baerbock fallen etwas schlechter aus (6.5). Olaf Scholz werden mit 21.0 geringe Chancen zugesprochen.
  • Bei den Umfragen, wer der nächste Bundeskanzler werden sollte, sahen die Befragten ebenfalls Armin Laschet vorn (Höchstwert: 34 %). Olaf Scholz führt zwar momentan in einer Umfrage der ARD, ist in anderen Umfragen jedoch auf dem zweiten Platz. Annalena Baerbock hat in den letzten Wochen an Beliebtheit verloren.
  • Im direkten Vergleich jeweils zweier Kanzlerkandidaten schnitt Laschet in einer ZDF-Umfrage besser ab als seine Mitbewerber (+3 % zu Scholz, +28 % zu Baerbock). Scholz führt im Vergleich mit Baerbock um +26 Prozentpunkte.
  • Den Kanzlerkandidaten der übrigen Parteien rechnen weder die Buchmacher noch die Umfragen große Chancen aus.

Die Bundeskanzler-Wettquoten und Umfrageergebnisse stimmen also größtenteils überein. In den Umfragen zeichnet sich mittlerweile jedoch ein pessimistischeres Bild für Baerbock ab als bei den Wettanbietern. In den kommenden Wochen werden noch viele Forderungen gestellt und Interviews gegeben, sodass sich die Stimmung unter den Befragten jederzeit ändern kann. Auch die Buchmacher passen ihre Quoten stets an die aktuelle Lage an und die Bundeskanzler Wettquoten könnten sich in den kommenden Monaten verschieben.

Wichtig zu beachten ist jedoch, dass die Wählerinnen und Wähler den Bundeskanzler nicht direkt wählen können. Ihre Zweitstimme ist wichtig dafür, welche Partei am Ende die meisten Sitze erhält – und somit vermutlich auch den Bundeskanzler stellen wird. Auch mögliche Koalitionen, die Parteien für eine Regierungsbildung eingehen könnten und welcher Kandidat in solch einem Fall Kanzler wird, spielen bei der Entscheidung der Wahlberechtigten eine Rolle.

Buchmacher- und Statistiker-Prognosen für die Bundestagswahl

Dementsprechend werfen wir noch einen Blick auf die Buchmacher- und Statistiker-Prognosen für die Bundestagswahl:

  • Den Wettanbietern Betway und Unibet zufolge wird die Union die Stärkste Fraktion (1.1), dann folgen die Grünen, die SPD und die AfD.
  • Das entspricht in etwa dem Stimmungsbild, das viele Umfragen wiedergeben: Im Durchschnitt der oben angegebenen Umfragen führt die Union mit 29,5 %, die Grünen liegen mit 20,8 % dahinter.

Eine exakte Prognose für die Bundestagswahl und den nächsten deutschen Bundeskanzler können natürlich weder die Buchmacher noch die Statistiker abgeben. Am Ende entscheiden nämlich die Wählerinnen und Wähler – und diese richten sich nicht nach Wetten oder Umfragen und entscheiden sich oft erst in der Wahlkabine, wem sie ihre Stimme geben.

Die Buchmacher-Prognosen bewahrheiteten sich jedoch größtenteils bei den letzten Wahlen zum Bundeskanzler – ebenso die Umfragen. Die Wahl 2021 wird etwas spannender als in den letzten 16 Jahren, weil die Grünen erstmals eine Kanzlerkandidatin stellen und in den Umfragen und laut Buchmacher als zweitstärkste Partei gelten. Dass nach der Ära Merkel jedoch eine neue Partei mit Bundeskanzler regieren wird, ist zu diesem Zeitpunkt eher unwahrscheinlich.



FAQs


Die nächste Bundestagswahl findet am Sonntag, dem 26. September 2021 statt. Hier wählt das Volk mit der Erststimme einen Direktkandidaten und mit der Zweitstimme eine Partei für den Einzug ins Parlament. Am Anfang der Legislaturperiode wählt der neu zusammengesetzte Bundestag dann den Bundeskanzler auf Vorschlag des Bundespräsidenten. Wenn ein Kandidat die absolute Mehrheit (über 50 %) erhält, zieht er ins Amt ein. Wird nach 14 Tagen keine absolute Mehrheit erzielt, reicht eine relative Mehrheit.

Jede Partei des Bundestages stellt mindestens einen Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2021, der nach Einzug ins Parlament die Chance hat, Bundeskanzler zu werden. 2021 treten diese Kandidaten zur Bundeskanzlerwahl an:

  • CDU/CSU: Armin Laschet (CDU)
  • Bündnis 90/Die Grünen: Annalena Baerbock
  • SPD: Olaf Scholz
  • FDP: Christian Lindner
  • AfD: Tino Chrupalla und Alice Weidel
  • Die Linke: Dietmar Bartsch und Jasmin Wissler

Neben Meinungsforschungsinstituten geben auch Buchmacher Prognosen darüber ab, wer der nächste Bundeskanzler in Deutschland wird. Die Quoten stehen derzeit am günstigsten für Armin Laschet von der CDU (1.20 – Gewinnwahrscheinlichkeit von 83,3 %). Darauf folgt Annalena Baerbock von den Grünen mit einer Wettquote von 4.50 (22,2 %) und Olaf Scholz von der SPD werden bloß Chancen von 4,80 % mit einer Quote von 21.0 ausgerechnet.
Die Gesamtwahrscheinlichkeit übersteigt hierbei 100 %, weil Buchmacher eine Gewinnmarge für Wetten festlegen.

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